Buddenbrock-Trial II - Trabrennen in Berlin - Mariendorf: Triumph für Dennis Spangenberg und Geronimo T

Der Sieg von Dennis Spangenberg mit dem Hengst Geronimo T (Foto: Marius Schwarz)

Orlando Jet (Rudolf Haller) und Guccio Fortuna (Maik Esper) haben gegen das Siegergespann keine Chance. Josef Franzl führt drei Pferde auf die Ehrenrunde. Jan Steinhaus und Jörgen Sjunnesson sorgen für Überraschungen.

Berlin, 19. Juni 2016

Er genoss bereits im Vorfeld große Wertschätzung und gehört ab sofort zum engsten Kreis der Derby-Favoriten: Der von Hans Joachim Tipke trainierte und von Dennis Spangenberg gesteuerte Hengst Geronimo T trumpfte beim zweiten Trial des Buddenbrock-Rennens in beeindruckender Manier auf und gewann die mit 8.000 Euro Preisgeld dotierte Prüfung Start bis Ziel. Der Dreijährige ließ seinen sechs Gegnern, von denen Ready to Race (Alle Loman) und Oscar Nasad (Thomas Panschow) bereits in der Anfangsphase ausfielen und auch Khalid (Heinz Wewering) nicht den Anforderungen an die Gangart genügte, nicht den Hauch einer Chance. Dennis Spangenberg: „Es ging alles ganz leicht – ich musste Geronimo T zu keinem Zeitpunkt ernsthaft auffordern.“

Geronimo T dominierte das Geschehen so klar, dass eigentlich nur in einer Phase des Rennens kurz einmal Spannung aufkam. Nämlich auf der Gegenseite, als Thorsten Tietz seinen Schützling Zauni aus dem zum Gänsemarsch formierten Feld heraus nach außen nahm und dadurch auch den vor ihm positionierten Orlando Jet in die Angriffsspur lockte. Orlando Jet tankte sich in Folge zwar immer näher an Geronimo T heran – doch der Finish-Thriller blieb aus, denn im Mitte des Einlaufs löste sich Geronimo T in 13,9/1.900m ruckartig vom Feld und gewann weitaus überlegener, als es die anderthalb Längen Vorsprung ausdrücken. Orlando Jet geriet vor dem innen gut durchziehenden Guccio Fortuna (Maik Esper) für das zweite Geld nie in Gefahr, während Zauni trotz des eigentlich idealen Verlaufs nur Rang vier blieb.

Johann Holzapfel, der Mitbesitzer von Geronimo T, hatte jedenfalls allen Grund zur Freude: „Vor ein paar Wochen habe ich noch gedacht, dass ich das Derby lediglich als unbeteiligter Zuschauer miterleben werde. Doch nun hat sich die Situation völlig verändert und ich habe mehrere heiße Eisen im Feuer. Es werden also spannende Wochen werden!“ Der bayerische Unternehmer darf nämlich nicht nur auf Geromimo T und auf den am Sonntag nicht gestarteten Fiobano hoffen, sondern auch auf Mr Shorty, mit dem Thorsten Tietz aus dem ersten Bogen heraus die Führung übernahm, in 15,0/1.900m um die Kurven fegte und Pompano Julian (Rudolf Haller) mit dreieinhalb Längen Vorsprung bezwang. Ein weiterer Sieg gelang dem Berliner Champion mit Diva Amici. Die in den Farben von Renate Gramüller laufende und ebenfalls für das Derby vorgesehene Stute musste ihr Potential bei ihrem Start-Ziel-Erfolg nicht annähernd ausreizen.

Thorsten Tietz‘ Doppeltreffer wurde aber noch von Josef Franzl getoppt, der sogar drei Pferde auf die Ehrenrunde führte. Der Bayerische Champion punktete in 13,8/2.020m mit Samir, der einmal mehr unterstrich, dass er zu den derzeit besten in Deutschland trainierten Pferden gehört und sowohl seine Zulage als auch den recht ungünstigen Rennverlauf – er lag bis weit in die Gegenseite hinein noch im hinteren Feld – mühelos wegsteckte. Der Fünfjährige ist nun als nächstes für den mit fürstlichen 133.000 Euro Gesamtpreisgeld dotierten Berlin-Jägersro Super Trot Cup vorgesehen Richtig spannend hatte es der Bronzehelm zuvor mit Tribuno As gemacht. Der Hengst war fast das gesamte Rennen über an fünfter Stelle an der Innenkante positioniert und schien kaum Entfaltungsmöglichkeiten zu besitzen. Doch eingangs der Zielgeraden öffnete sich doch noch die entscheidende Lücke und Tribuno As gewann mit enormen Speed.

Am spektakulärsten war allerdings Josef Franzls dritter Tagessieg im Sulky des Hengstes Azimut. Denn dieses Pferd muss man im Hinblick auf das Derby ab sofort in alle Überlegungen mit einbeziehen. Nicht nur, weil der auf der Schlusshalben gebrachte Braune einen hochkarätigen Gegner wie Lewis Hamilton in 14,8/1.609m mit Weile-Vorsprung abkanzelte. Sondern auch, weil der von Josef Gramüller trainierte Traber eine faszinierende Aura ausstrahlt. Die Art und Weise und die mentale Wachsamkeit, mit der sich Azimut nicht nur im Rennen, sondern auch unmittelbar danach im Winner-Circle präsentierte, war beeindruckend. Keine Frage – dieses Pferd besitzt das gewisse Etwas!     

Dass sich mit dem Berlin-Jägersro Super Trot Cup eine neue internationale Zusammenarbeit und ein fantastisches Rennsport-Ereignis etabliert, ist zum großen Teil sein Verdienst. Und dass sich Sarina mit ihrem zweiten Volltreffer hintereinander auf dem besten Weg befindet, eine Seriensiegerin zu werden, ist ihm ebenfalls zuzuschreiben: Jörgen Sjunnesson lieferte mit der 102:10-Außenseiterin ein echtes Meisterstück ab, führte die von Alexander Dame vorbereitete Stute vor den Tribünen an die Spitze und ließ die Konkurrenten in 13,8/1.900m gnadenlos abblitzen. Keine Frage: Der Schwede ist der lebendige Beweis für das großartige fahrerische Niveau in den skandinavischen Ländern und es ist einfach toll, dass er gerne und häufig in die deutsche Hauptstadt kommt.

Sarinas Sieg war aber nicht der einzige Überraschungscoup am Sonntagnachmittag. Für ein geradezu sensationelles Ergebnis sorgte der erst 17-jährige Jan Steinhaus mit der 207:10-Außenseiterin Fionara, denn der Amateurfahrer schlug keinen Geringeren als den Topfavoriten One and Only (André Pögel) und Miss Apple JM (Sarah Kube) ein Schnippchen. Für die strikt an der Innenkante gehaltene Stute ging es aus dem Mittelfeld heraus auf der Schlusshalben immer weiter geradeaus, da sich die zu diesem Zeitpunkt vor ihr liegenden Gegner allesamt nach außen orientierten und damit Fionara unbeabsichtigt den Weg zum Sieg freimachten. Chapeau – in 15,0/1.900m nutzen Jan Steinhaus und sein Pferd die Chance eiskalt.  

Was für ein Auftritt! Der von Heinz Wewering präsentierte Rainbow Diamant stürmte nach einer dreiviertel Runde an die Spitze und fegte seine Konkurrenten in 14,8/1.900m mit Weile-Vorsprung von der Piste. Ähnlich souverän regierten Maik Esper und Barolo SL das Geschehen. Der Profi gab dem Hengst Mitte der Gegenseite das entscheidende Zeilen. Barolo SL löste sich sofort von den Verfolgern und ging im Anschluss regelrecht spazieren. Dr. Marie Lindinger siegte mit dem bärenstark agierenden Let’s Win, der trotz der Startposition acht nach einer guten halben Runde die Spitze ergatterte und dem außen herum tapferen Mighty Hanover (Sarah Kube) in 14,8/1.900m eine Niederlage beibrachte.

Gesamtumsatz: 144.479,45 Euro – Bahnumsatz:  55.489,20 Euro - Außenumsatz: Euro. 88.990,25 Euro.

Unser Terminhinweis: Der nächste Mariendorfer Renntag findet am Sonntag, dem 26. Juni statt. Bitte beachten Sie: Veranstaltungsbeginn ist bereits um 11.30 Uhr!