13. Nacht der Schwarzen Perlen Neustadt (Dosse): Den Rekord gebrochen

Saltarello – Das Festival der Pferde – Die große Show der Ostseequadrille in der Lindenau-Halle

Der erste und zweite Mai gehörte der 13. Nacht der Schwarzen Perlen in Neustadt (Dosse) – einer Show der Ostsee-Quadrille mit ihren Partnern; ausgerichtet vom Brandenburgischen Haupt- und Landgestüt Neustadt. Zwei Abende vollgepackt mit Unterhaltung für Freunde der edlen schwarzen und seit zehn Jahren auch der weißen Pferde. Und um gleich bei den Zahlen zu bleiben: Die Ostsee-Quadrille gibt es seit dem Jahre 1998. Damals fing alles mit zwei Friesen an, wie die künstlerische Leiterin Nicole Walper dem Publikum zu berichten wusste. Heutzutage sind mehr als vierzig Pferde dabei, wenn in Neustadt die Post abgeht. Und die ging wirklich ab.

Mehr als drei Stunden volles Programm bedeuteten fast zehn Minuten Horse-Entertainment pro einen Euro Eintritt. Es wurde an beiden Abenden spät in der Lindenau-Halle. Gelohnt hat es sich allemal. Die Begrüßung der Gäste übernahm neben Nicole Walter Jörg Menge vom Brandenburgischen Haupt- und Landgestüt.

Zum Programm mit vielen Pferden kam in diesem Jahr der Rhythmus Brasiliens zu den Klängen von Alegria do Samba aus Berlin hinzu, die der Halle gleich zu Beginn der Show das erste Mal an den beiden Abenden kräftig einheizte. Dazu wurde getanzt. Für den perfekten Hüftschwung sorgten vier Damen der Ostsee-Quadrille. Auf dem Viereck bewegten sich dazu fast unberührt von Trommel- und Paukenschlägen sechs weiße Spanier mit ihren prächtig geschmückten Reiterinnen. Die Nacht der Schwarzen Perlen begann bunt und schwungvoll.

Danach ging die Reise nach Nordamerika. Acht knallgelbe Sulkys mit schwarzen V8-Maschinen davor  tanzten zu ebenso schwarzer Musik über den Boden. Die Gespanne waren eine Augenweide. Die Friesen fühlen sich ja bekanntlich an den Leinen wohl und das zeigten sie in Neustadt auch. Die Szenerie verweilte noch ein wenig im Norden Amerikas. Der in der Showreiterszene bekannte Christian Scholle-Prestin aus Müncheberg war nicht zum ersten Mal in Neustadt und zog zusammen mit Partnerin Daja Ziefuß das Publikum in seinen Bann. Bei seinen waghalsigen Ritten ums Viereck hatte er nur selten die Zügel in den Händen. Die waren nämlich damit beschäftigt, Geige zu spielen oder allerlei Kriegsgerät zu verschießen, bis es knallte und brannte. Aktiven Feministinnen hätte es aber bestimmt nicht gefallen, dass er aus dem Sattel mit Pfeilen auf seine Partnerin schoss. Die blieb gottlob wegen des großen Schildes unverletzt.

Eine kleine Parodie auf den schwarzen Hengstwahn zeigte im Anschluss „Harold, der friesische Hengst“, welcher eigentlich aus dem tschechischen Reiter Honza und seinem Kumpel bestand, die sich in Filz und mit Filzhut gekleidet hatten. Zu verschiedenen Klängen aus der Welt der Popmusik wurde sich mehr oder weniger anmutig bewegt, was nicht zu guten Wertnoten führte, aber wenigstens zu lautem Beifall. Nicole Walper machte die beiden Herren im Pferdekostüm zu den Siegern der Herzen. Das ging in Ordnung.

Es wurde historisch: Den Zuschauern wurde die Entwicklung der Ostsee-Quadrille von 1998 bis heute veranschaulicht. Die Arena füllte sich mehr und mehr mit den schönsten Vertretern aus den Ställen der Mitwirkenden. Der große Star dieser Nummer war, wenn es nach dem Beifall des Publikums ging, der majestätische, gekörte, 10jährige Pieter van Diphoorn. Mit seiner Reiterin Vendula Sporanová aus Tschechien war er ein Grund für Gänsehaut auf den Tribünen. Für die sorgten ebenso an die dreißig Akteure, die in schwarz und weiß beeindruckten. Im Sattel, am Langzügel oder mit Halsring zeigten Reiter-Pferd-Paare aus dreizehn Bundesländern, Tschechien und Luxemburg, was sie einzeln oder in Gruppen drauf haben. Man wusste gar nicht, wohin man zuerst schauen sollte, um alles zu erfassen, was sich da in der Halle tat.

Nach so viel Gefühl und satten Bildern wurde es sportlich. Drei zweibeinige Hengste namens Kirk, Mirko und Dirk, die sonst eher im Hintergrund schuften, wurden von Peitschenschwingerin Viola Grätz (Lieblingshengst: Kirk) vor den Karren gespannt und mussten sich mit dem großartigen Ponyhengst Aragon messen. Die Disziplinen waren Spanischer Schritt, Kompliment, Galoppwechsel und Kegelrennen. Wer an beiden Abenden da war, konnte zwei unterschiedliche Sieger erleben. Den Ausschlag gab jeweils das Rennen, welches der kleine Aragon aufgrund einer unplanmäßigen Volte am Start am Freitag noch abgeben musste. Am Samstag dann drehte er so richtig auf und zeigte es den drei Rockern!

Was soll man zur Schwarz-Weiß-Quadrille noch sagen? Wer sie kennt, weiß sie zu schätzen und erlebte neue Töne zu den Lektionen der zwölf stolzen Damen hoch zu Ross. Wie aus den Reihen der Ostsee-Quadrille zu hören war, bleibt diese Nummer fester Bestandteil aller Shows in der nächsten Zeit. Man darf beruhigt sein. Den Fans geht dieser Anblick so schnell nicht verloren. Es bleibt ebenso zu hoffen, dass Gerlinde Bartelheimer mit ihrem PRE-Hengst Vistoso und der riesigen, schwebenden Schleppe aus weißen Luftballons im Programm bleibt. Die hohe Kunst des Reitens verbunden mit schwebenden Elementen prägte sich besonders ein.

Bis zu diesem Augenblick war es sehenswert, aufregend, emotional. Aber die Ostsee-Quadrille wäre nicht die Ostsee-Quadrille, wenn sie nicht wenigstens einen Trumpf zu jeder Show in der Hinterhand hätte. Und es war ein mächtiger Trumpf, den sie am vergangenen Wochenende ausspielten. Die große Friesenquadrille wurde zum allerersten Mal mit zwanzig (!) Pferden aufgeführt. Es war totenstill auf den Tribünen. Zwischenapplaus ausgenommen. Ob es in dieser Menge noch einmal dazu kommt, wird wohl eine Überraschung bleiben, denn zum einen ist nicht überall ausreichend Platz vorhanden, zum anderen müssen alle Friesen und ihre Reiter/innen auf den Punkt fit sein. In Neustadt hatte es geklappt und der Anblick war gewaltig. Vor allem, wenn alle zwanzig nebeneinander zur kurzen Tribünenseite auf die Zuschauer losreiten. Das allein war schon jeden Taler für den Eintritt wert. Am Rande der Bande war zu hören, dass sich weitaus größere Veranstalter auf der anderen Seite Deutschlands für diesen Teil der Show interessieren. Die Vorbereitungen laufen…

Nachdem der kleine Hengst Aragon bereits sportlich unterwegs war, durfte er mit seiner besten Freundin Amrei Rieso an den langen Zügeln noch einmal zeigen, was gegenseitige Zuneigung hervorbringen kann. Die junge Mutter und der kleine Hengst sind als Heartbreaker unschlagbar und ebenfalls fast immer dabei. Ganz zum Schluss ging es sogar ganz ohne Zügel; lediglich mit einigen leichten Berührungen an der Mähne. Das Glück dieser Erde liegt manchmal eben auch neben dem Rücken der Pferde. Amrei und Aragon.

Zum Anspruch der Ostsee-Quadrille gehört es nach wie vor, das Reiten mit der Kunst zu verbinden. Das geschieht oftmals mit Musik oder dem Spiel aus Licht und Schatten. In Neustadt nun war es die weltbekannte, französische Künstlerin Liska Llorca, die auf einer 3 x 6 Meter großen Leinwand ein Bild für die Ewigkeit malte. Unter dem Schutz dreier spanischer Hengste drückte sie ihre Gefühle in Bildern aus. Strich um Strich formte sich im Scheinwerferlicht ein Pferdekopf neben zwei weiteren. Erst am Schluss, als die drei edlen Spanier hinter ihrem Rücken aufmarschierten, war das Bild vollendet und die Künstlerin ganz in ihrem weißen Traum gefangen. Spektakulär und aufregend.

Die Show neigte sich ihrem Ende entgegen, doch nicht, ohne dem Friesenpferd im Schein der Fackeln zu huldigen. Stefanie Bolle, Vendula Sporanová, Deborah Brüchle, Marlene Müller sowie Jana Thumann sorgten für den vorletzten Höhepunkt des Abends. „Der Friese, entstanden durch die Hand des Schöpfers, der eine Handvoll Erde in das Marschland streute, um den Wind und die Nacht für immer zu vereinen.“

So beeindruckt konnte, so beeindruckt durfte das Publikum aber noch nicht nach Hause. Das Ende der Vorstellung wurde erneut mit den Trommlern von Alegria do Samba und einer fulminanten Laser-Show eingeleitet. Dazu kamen nach einigen Minuten die schwarzen Reiter mit ihren blauen Lichtstreifen an den Pferden. In der völlig verdunkelten Halle waren um Mitternacht nur Streifen blau leuchtender Schemen zu sehen. Die bewegten sich im Rhythmus der Trommeln bis das Licht anging.

So endete die 13. Nacht der Schwarzen Perlen in Neustadt (Dosse). Und auch wenn es sich immer wiederholen wird, was man darüber berichtet, aber es war ergreifend, erstaunlich, bemerkenswert und vor allem schön anzusehen. Mehr kann man auf diesem hohen Niveau nicht erleben. Die Erwartungen aller Anwesenden wurden mehr als erfüllt. Die Ostsee-Quadrille hat mit Leidenschaft, Engagement und Liebe zwei unvergessliche Nächte gezaubert. Nicht zu vergessen, dass die Leidenschaft hinter der Bande weitergeht. Das Organisationsteam um Bettina König mit etwa zwanzig Fleißmeisen wirbelt schon Stunden vor jeder Show herum. Die Hälse der Damen in der Etappe dampfen mindestens ebenso wie die der Showpferde. So muss es auch sein, denn die Show geht weiter. Demnächst in Bad Saarow und Neumünster. pferdefreunde.co wird rechtzeitig informieren.   

Die Besetzung der Shownummern en Detail:

Brasilero (live) - Die Eröffnung im Samba-Rhythmus

1. Bartelheimer, Gerlinde & Estimado

2. Brucker, Carola & Thiery

3. Klee, Angela & Bandolero

4. Knaus, Sabine & Samira

5. Quasdorf, Judith & Siglavy Capra III.

6. Rieso, Amrei & Capitan

7. Sosna, Gisela & José

8. Wessel, Eveline & Vidigal

 

Blues Brothers - 8er-Sulky-Quadrille

1. Giese, Lisa & Daen

2. Grätz, Viola & Santos

3. Jähnke, Ramona & Willem

4. Linke, Monique & Tengo

5. Rennert-Pape, Barbara & Sandokahn

6. Ritter, Ina & Watse

7. Kurtz, Bettina & Toni

8. Liers, Jasmin & Teede

 

Masse mit Klasse – die Ostsee-Quadrille stellt sich vor

Vor 17 Jahren – alles begann zu Zweit

1. Wappler, André & Taede

2. Friedrich, Martina & Hendrik

Der erste Auftritt – 6er-Quadrille

3. Bachmann, Ragnhild

4. Bartsch, Carola & Xander

5. Liers, Jasmin & Kay

6. Linde, Claudia

7. Nuding, Anika & Lütje

8. Spindler, Cathleen & Barend

Lange Leinen

9. Sporanová, Vendula & Pieter

Langer Zügel

10. Ehrenpfordt, Uta & Tiede

11. Wesenigk, Tina & Siglavi Capra III.

Halsring

12. Bolle, Stephanie

Zirzensik

13. Althen, Sonja & Casper

14. Brüchle, Deborah & Diabolo

15. Müller, Marlene & Tino

16. Thumann, Jana & Odin

Arbeit an der Hand

17. Knaus, Sabine & Samira

18. Sosna, Gisela & José

Damensattel

19. Ritter, Ina & Watse (wenn sie es zeitlich schafft)

20. Stowasser, Melanie & Atze

 

We are the world – no matter Black or White

12er-Schwarz/Weiß-Quadrille

1. Bartelheimer, Gerlinde & Estimado

2. Knaus, Sabine & Samira

3. Quasdorf, Judith & Siglavy Capra III.

4. Rieso, Amrei & Capitan

5. Sosna, Gisela & José (Tete)

6. Wessel, Eveline & Vidigal

1. Bachmann, Ragnhild & Wibe

2. Bartsch, Carola & Xander

3. Bolle, Stephanie & Tjerragonn

4. Friedrich, Martina & Hendrik

5. Linde, Claudia & Aaron

6. Stowasser, Melanie & Atze

 

10. Black Power - 20er XXL-Dressur-Quadrille

Trab

1. Bartsch, Carola & Xander

2. Ehrenpford, Uta & Tiede

3. Giese, Lisa & Daen (2. Tete)

4. Jähnke, Ramona

5. König-Kedziora, Dirk & Tengo

6. Liers, Jasmin & Kay

7. Linke, Monique & Lennard

8. Nuding, Anika & Lütje

9. Rennert- Pape, Barbara & Sandokahn (Tete)

10. Spindler-Klebba, Cathleen & Barend

11. Jähnke, Ramona & Willem

Galopp

1. Althen, Sonja & Casper

2. Bolle, Stephanie & Tjerragonn (Galopp-Tete)

3. Brüchle, Deborah & Diabolo

4. Friedrich, Martina & Hendrik

5. Linde, Claudia & Aaron

6. Müller, Marlene & Tino

7. Sopranová, Vendula & Pieter

8. Stowasser, Melanie & Atze (2. Galopp-Tete)

9. Ritter, Ina & Watse

10. Thumann, Jana & Odin

11. Wappler, André & Taede

 

Ein Bild für die Ewigkeit

Pas de Trois mit Liska Llorca/Live-Painting

1. Bartelheimer, Gerlinde & Vistoso

2. Brucker, Carola & Thiery

3. Klee, Angela & Bandolero

 

Faszination Friese mit Fackeln, Feuer

Freiheit, Hohe Schule, Zirzensik

1. Bolle, Stephanie & Tjerragonn (Freiheit, Podest)

2. Althen, Sonja & Casper (Zirzensik)

3. Sopranová, Vendula & Pieter (Piaffe, Passage, Podest, Steigen)

4. Brüchle, Deborah & Diabolo und Müller, Marlene & Tino (spanischer Schritt, Liegen, Sitzen, Steigen)

5. Thumann, Jana & Odin

 

Mitternacht & Alegria do Samba (Live)

1. Friedrich, Martina

2. König-Kedziora, Dirk

3. Giese, Lisa

4. Jähnke, Ramona

5. Linke, Monique

6. Nuding, Anika

7. Rennert-Pape, Barbara

8. Ehrenpfordt, Uta & Tiede

 

 

Mitwirkende ohne Pferd:

Alegria do Samba Berlin

Arnold, Heidemarie

Bolle, Jürgen

Christoph, Tim

Deszpot, Mandy

Fleischhauer, Michael

Friedrich, Andreas

Grätz, Jasmin

Grätz, Cirk

Gregor, Dalibor

Honza

Kalmeier, Christine

Keilhack, Gisa

Kersten, Saskia

Klebba, Oliver

Klee, Ingmar

Knaus, Jörg

König, Bettina

Llorca, Liska

Müller, Louisa

Niedan, Janine

Nuding, Sebastian

Rieso, Oliver

Ritter, Steffi

Sonnenschein, Lena

Stowasser, Elvira

Vergien, Mirko

Walper, Nicole

Wesenigk, Tina

Wiese, Ingo

Wer mehr über die Ostsee-Quadrille erfahren will: http://www.ostsee-quadrille.de/

Mehr Informationen zu den Shows der Ostsee-Quadrille und ihrer Partner: http://www.fantasia-pferdewelten.de/

Mehr Fotos von der Show in Neustadt: https://www.facebook.com/ostseequadrille?fref=ts

Fotos von Daniela Roth und Jan-Pierre Habicht ©