12. Dressur- und Springturnier Lübars 2011: Der Berliner Norden im Reit- und Springfieber


12. Dressur- und Springturnier Lübars 2011:

 

 

Der Berliner Norden im Reit- und Springfieber

 

Lübars (jph) Sonne gut, alles gut, möchte man sagen. Das Wetter stand einem Dressur- und Springturnier in Berlins exklusivstem Dorf nicht im Wege. Schon früh am ersten Morgen wurden die Sportler mit Sonnenstrahlen auf den Plätzen begrüßt. Und mit der Masse der Reiter und Pferde waren auch unzählige Helfer der austragenden Vereine 1. FC Lübars; Abteilung Pferdesport und LRV Lübars am Start. Erfahrung und Engagement zeichnen auch die Lübarser  Vereinsmitglieder aus. Die Vorsitzenden beider Vereine Lars Schoke und Marcus Mörcke haben zusammen mit den Mitgliedern und den Familien Qualitz und Kühne-Sironski das Dutzend voll gemacht und ein ansprechendes und anspruchsvolles Reitsportevent auf die Beine gestellt.

Dazu gehört auch ein ausführliches und informatives Programm mit allen Startern und Wettbewerben, um die 130 Sponsoren und einem Grußwort des Bezirksbürgermeisters von Berlin-Reinickendorf, Herrn Frank Balzer. Ja, stolze einhundertdreißig Geldgeber und Förderer haben das Turnier unterstützt. Das beweist in Lübars mehr, als nur eine solide finanzielle Basis für die Turnierorganisation. Es zeigt nämlich die große Verbundenheit der ansässigen Unternehmen, Institutionen und Familien mit dem Reitsport im Allgemeinen und mit dem Dressur- und Springturnier im Besonderen. Wenn andernorts künstliche und traditionslose Turniere mit einem millionenschweren Sponsor im Hintergrund die Reitsportszene verzerren, bleibt es auch in Lübars persönlich und familiär. Und damit reiht sich das Dressur- und Springturnier im Norden Berlins ein in eine lange und ereignisreiche Reitsportsaison in Berlin und Brandenburg, die voller Höhepunkte war und noch nicht ganz zu Ende ist.

Lübars glänzt nicht nur durch die Verbundenheit mit Sponsoren und Förderern, sondern auch durch das in der Hauptstadt so notwendige Quäntchen Exklusivität. Allein der Shuttleservice zwischen den Höfen Qualitz und Kühne-Sironski durch ein ortsansässiges Autohaus, war alle Ehren wert. Zwei Busse fuhren die Besucher selbstverständlich kostenfrei von Hof zu Hof und zu den nächstgelegenen Bahnhöfen. Die Tische an den Turnierplätzen hatten meist weiße Tischdecken, was dem Sektverbrauch zuträglicher war, als dem Durchsatz am Zapfhahn.

Im Dorf selbst herrschte geordneter Trubel. Bereits im Vorfeld und während des gesamten Wochenendes wurde im Radio auf Verkehrseinschränkungen hingewiesen. Pferde und Reiter hatten deshalb größtenteils freie Bahn und kamen recht ungehindert zu den Abreiteplätzen. Parkplätze für Besucher waren allerdings - wie in Berlin üblich, Mangelware. Dieser zusätzliche Hinweis hätte die Radioinfo perfekt gemacht.  Wer dann auf den Höfen ankam, erlebte aber geordnetes und buntes Treiben. Jede Menge Kleinkommerz von der Grillwurst bis zum Tuppertopf gab ausreichend Abwechslung vom Turniergeschehen. Ein wenig mehr Kinderunterhaltung wäre wünschenswert. Pädagogisch bemerkenswert war die Möglichkeit für die Kleinen, ein altes Auto zu bemalen – immer noch besser als anzuzünden.

So liefen also die Reiterinnen und Reiter durch ein idyllisches Dorf mit unendlich vielen Wahlplakaten an den Bäumen, die zusätzlich Schatten spendeten. Die Ordnungshüter blieben trotz der häufigen Verfehlungen in Sachen Parken halbwegs entspannt. Die Organisation war angemessen. Wer im nächsten Jahr nicht zur Nummer 13 nach Lübars kommt, ist erstens selbst schuld und wird zweitens auch jede Menge ereignisreichen und unterhaltsamen Reitsport verpassen.