117. Deutsches Traber-Derby 2012: Wie stark ist Dream Magic BE?

Der Franzl-Traber auf dem Prüfstand / Schwedens Legende Stig H. Johansson schickt die beiden Stall Express-Traber Chapou und Indigious ins Rennen um das „Blaue Band“ /  Im Charlie-Mills-Rennen ohne Vorläufe zur Sache

Im Vorjahr zeigte mit Lobell Countess eine Stute dem so genannten starken Geschlecht im Derby seine Grenzen auf. Beim 117. Deutschen Traber-Derby wagt keine Stute den Gang in die Schlacht, und damit haben die 33 genannten Hengste und Wallache die Vorbereitungsphase für sich entschieden. Wer das begehrte Finale des „Rennen der Rennen“ erreicht, muss nun in vier Vorläufen geklärte werde. Allerdings dürften hier die großen Sensationen rar bleiben, denn das Prozedere, mit acht Gesetzten aus zwei Lostöpfen, schließt ein frühes Aufeinandertreffen der Gemeinten fast aus.

Gleich im 1. Vorlauf (2. Rennen) dürfte eine der brennenden Fragen der letzten Woche ihre Antwort finden. Wie hat Dream Magic BE (Josef Franzl), die Tage nach der Buddenbrock-Niederlage und den fiebrigen Infekt überstanden? Ist der im Vorfeld als designierter Derbysieger gehandelte Hengst wieder im Vollbesitz seiner Kräfte? Als Gegenspieler muss hier Bradley (Robert Bergh) gesehen werden, der auf schwedischen Bahnen immerhin schon ein stattliches Sümmchen eingetrabt hat. Auch CC Rider (Heinz Wewering) war fast immer vorn dabei, vermochte allerdings am Buddenbrock-Renntag den offensichtlich nicht gut aufgelegten Franzl-Crack als Dritter nicht in Bedrängnis zu bringen. What's Going On (Michael Schmid), Carlos Greenwood (Hugo Langeweg) und Vantastic (Victor Gentz) müssen wohl auf Fehler der Kontrahenten hoffen.

Eine klare Niederlage gegen Dream Magic BE, danach in der Frontlage ein schwerer Fehler, das sollen die Streichresultate von Comeonhill (Roland Hülskath) bleiben. Wenn ihn sein Steuermann im 2. Vorlauf (4. Rennen) marschieren lässt, wie es der Hengst will und nicht nur im darauf folgenden Probelauf andeutete, dann sollte höchstens der vom legendären „Stig H.“ vorbereitete Chapeau (Erik Adielsson) eine Gefahr für ihn bedeuten. Für den Rest wird es eher ein schwerer Gang. New Generation (Jörg Schefe) kann auf drei Siegfahrten im Alltagssport verweisen, während Tamburini (Robin Bakker) im Buddenbrock Rang vier eroberte, in der Spurtentscheidung dennoch kein Mitsprachrecht besaß. Bei Punk (Michael Schmid), der im April mit einem Sieg in eine Pause ging, darf man mit einer Steigerung rechnen.

Der 3. Vorlauf (7. Rennen) könnte sich zum Duell zweier in Schweden stationierter Hengste entwickeln. Hier erhielt der für den Stall Express laufende Indigious (Erik Adielsson) im Vorfeld den Zuschlag und kam in den Lostopf eins. Er reist mit weißer Weste an und ist bei vier Starts noch ungeschlagen. Für Sir Michel (Michael Schmid) spricht, dass er sich auf gehobenen Parkett schon mehrmals sehr gut geschlagen hat, auch wenn er gegen Dream Magic BE und Comeonhill jeweils den kürzen zog. Vor kurzem ins exklusive Quartier von Kolgjini, Lutfi umgezogen, untermauerte der Hengst seine Titelambitionen mit einem feinen Sieg und Rekordverbesserung. Hier muss schon viel passieren, wenn diesen beiden der Sprung ins Finale verwehrt bleibt. Am ehesten könnte sich da Mister John (Thomas Panschow) Hoffnungen machen. Der Breeders Crown-Vierte ist stets gut dabei, kam in der Buddenbrock-Entscheidung fast auf Augenhöhe der Vorderen, sprang sich aber Mitte des Einlaufs aus der Wertung. Auf solche Fehler der Konkurrenz müssen Iron Steel (Victor Gentz), Haras du Pin (Michael Nimczyk) und Lindo Eden (Roland Hülskath) bauen.

Spätestens mit seinem Erfolg im Buddenbrock-Rennen hat sich Global challenger (Michael Schmid) in den Kreis der Derby-Mitfavoriten gehievt. Auch wenn der Sieg überraschend war, im 4. Vorlauf (10. Rennen) dürfte es für ein Weiterkommen des Pablo As-Sohnes aus der Neritzer Zucht allemal reichen. Zum Überraschungs-Ei dieses Laufs und des gesamten Derbys könnte sich Casanova (Roland Hülskath) mausern, der beim Hamburger Auftritt einige der im Finale zu erwartende Gegner grußlos stehen ließ. Mit dem in Schweden vorbereiteten Sir Mathijs (Conrad Lugauer) bietet sich ein 15,5-Traber trefflich an und auch Contucky Newport (Jesse D. ter Borgh) hat sich mit Rang zwei beim Gelsenkirchener Trial hinter dem siegreichen CC Rider mehr als achtbar aus der Affäre gezogen.

Aus dem prall gefüllten Rahmen ragt das mit 25.000 Euro dotierte Charlie-Mills-Rennen (11. Rennen) heraus. Den 14 Startern bleibt diesmal der Gang über die Vorläufe erspart, doch dafür müssen Geldschränke wie Baltimore As (Roland Hülskath) oder Zorba Odelson (Rob de Vlieger) weite Wege in Kauf nehmen. Beide kommen zwar mit einer Niederlage im Gepäck, Baltimore As musste die Stallgefährtin Ini Lou vor sich anerkennen, der Holländer zog im Grote Prijs der Lage Landen gegen Icare de Bois eine eher ehrenvolle Niederlage, aber hier sollte sie erste Wahl sein. Der in Duindigt als Dritter einkommende Yesterday (Stefan Schoonhoven) dürfte gleichfalls eine gute Rolle spielen können. Der in der Form seines Lebens laufende Prinz Poldi (Heinz Wewering) hat sogar den Vorteil der ersten Startreihe auf seiner Seite.

 

Tipps:

1. Kalido – Disney As – Samanta Santana

2. Dream Magic BE – CC Rider – Bradley

3. Tout ou Rien – Russian Roulette – Salvegiacomo – Platino

4. Comeonhill – Chapeau – Punk

5. Defiant Dancer – Artos W – Green Love

6. Not to Bi – Brazil Elegance – Queeny Frei

7. Indigous – Sir Michel – Camiel Kievitshof

8. Navajo Lavec – Jean Pierre Corner – Zoey ter Sype

9. Ymond B – Angel Eyes – Gazella

10. Casanova – Global challenger – Sir Mathijs

11. Baltimore As – Prinz Poldi – Zorba Oldeson – Zizou AM

12. Best of Moments – Armani Hanover – Janus R.A.

13. Sugar – Ginger Belle – Avalon Transs R

14. Herman Nasad – King of Moor – Companiero