10 Jahre Apassionata: Der große Tag des Alcoran

Am 21. November gab es in Berlin am Savigny-Platz einen kleinen Aufruhr. Menschen blieben stehen und schauten sich das merkwürdige Treiben an. Neben den schon recht vergammelten Blumen auf den Rabatten sah der Rasen noch saftig und grün aus. Hinter der Umrandung wurde ein großer Rahmen zusammengebaut und mit einer bunten Leinwand versehen. Auf der Straße hielt ein Geländewagen mit einem Pferdetransportanhänger. Fotografen sammelten sich und gingen in Stellung.

Dem Anhänger entstieg eine gute Viertelstunde nach Ankunft ein astrein aufpolierter Wallach der Rasse PRE (Pura Raza Española). Sein Name ist Alcoran und der Name seiner Besitzerin ist Vera Leithold-Gaebel. Der 18jährige Alcoran steht auf der Reitsportanlage Katharinensee in Schildow nördlich von Berlin und führt dort eigentlich ein entspanntes Dasein - eigentlich.

Vera Leithold-Gaebel und Alcoran sind seit 10 Jahren gemeinsam unterwegs. Der Wallach sollte schon zum Schlachter, da er als unreitbar galt. Er wurde in Frankreich gezogen und kam über Spanien zurück nach Frankreich, wo sein Weg enden sollte. Alcoran hat in seinem Pass sage und schreibe dreizehn Vorbesitzer. Vera Leithold-Gaebel wird seine letzte Lebensstation sein. Sie machte aus dem unreitbaren Pferd einen zutraulichen und verlässlichen Partner, dem nichts Schlimmes mehr wiederfahren wird. Vielleicht mal abgesehen von ein wenig Aufregung…

Die eher kleine Aufregung entstand nun tatsächlich in dosierter Form am letzten Mittwoch am Savigny-Platz in Berlin. Frau Leithold-Gaebel beschäftigt sich nämlich nicht nur in ihrer Freizeit mit Pferden, sondern ist auch beruflich mit ihnen verbunden. Sie reitet bei der Show Apassionata einen Friesen, ist damit offensichtlich selbst überglücklich und gibt dieses Glück auch an Alcoran weiter. Als kleine Abwechslung gedacht, durfte er sich nun anlässlich einer Pressekonferenz zum 10jährigen Bestehen der Apassionata im Lichte der Öffentlichkeit respektive der Fotografen sonnen. Für einige Minuten stand er neben den Machern der Show, die unweit vom Savigny-Platz eine Pressekonferenz abgehalten hatten.

Alcoran war der Mittelpunkt und alle wollten nur ihn sehen. Aus dem einst geschundenen und verschmähten schwarzen Pferd, das niemand wollte, wurde für einen  kurzen Augenblick der stolze Rappe Alcoran – zu sehen auf allen Fotos in allen Zeitungen und sogar im Fernsehen. Und Alcoran dankte es den Apassionata-Machern, indem er erstens recht still hielt, so sehr man auch an ihm zog und zweitens durch einen herzhaften Biss in die Jubiläumsmarzipantorte, die neben ihm in die Objektive gehalten wurde.

Nach ein paar Minuten war alles vorbei. Die Zuschauer gingen weiter, die Fotografen begutachteten ihre Werke in den Displays und Alcoran ging mit Vera Leithold-Gaebel zurück zum Anhänger – mit stolz erhobenem Kopf und einer mindestens ebenso stolzen Besitzerin. Und ruhig war Alcoran – so ruhig wie lange nicht mehr. Bestimmt hat er erkannt, was ihm da gerade wiederfahren war; dass es nicht alltäglich war und dass es die Minuten seines Lebens waren – seine Minuten.

Alcoran kam entspannt wieder in Schildow an und ging in seine Box. Bestimmt träumte er noch die ganze Nacht vom Lärm der Stadt, von den Blitzlichtern, von der Marzipantorte – von seinem Moment…

Die Jubiläumsshow zum 10jährigen Bestehen „ Apassionata – Freunde für immer“  ist in Berlin vom 18. bis zum 20. Januar 2013 in der  o2-World zu sehen. Alle Termine, Tickets, Tourneeorte findet man unter www.apassionata.com