1. Reit- und Springturnier Berlin - Buch 2015: Start-Ziel-Sieg für die Veranstalter

Doppelsiegerin Jenny von Ahlen

Saskia Hagewiesche

Manuel Decker

Annemarie Baak

Dörte Herms

Mario Höfs

So hatte es sich der RFV Mehrow-Buch bestimmt nicht träumen lassen. Zu seinem ersten Reit- und Springturnier auf der Anlage der Familie Klopsteg in Berlin-Buch mussten fast zweihundert Starts an einem Tag organisiert werden. Der Zuspruch (auch mit ein wenig Unterstützung von pferdefreunde.co) war enorm groß. Der Anhängerplatz war zu klein für alle Gespanne, der Zeitplan als geplantes Ein-Platz-Turnier in der Halle nicht mehr realisierbar. Das hat natürlich den RFV Mehrow-Buch mit ihrer Vorsitzenden Sandra Röske nicht aus den Latschen geworfen und brachte nach kurzem Überlegen eine Lösung, die vielleicht nicht perfekt, aber der Situation angemessen war.

So standen am Morgen die beiden Dressurprüfungen draußen an. Gesprungen wurde in der Halle. Sieben Stück waren es insgesamt. Die Richter Regina Stenz (LK), Helene Moscardini, Klaus Egold und Otto Höfer konnten sich über mangelnde Arbeit nicht beschweren. Im Parcours musste Erik Schubert mit den Helfern reichlich anpacken, damit es keinen Zeitverzug gab.

Apropos Helfer: Der Zusammenhalt zwischen Reitern und Fahrern ist in Buch so groß, dass man sich gegenseitig unter die Arme griff. Während vor einigen Wochen die Reiter den Fahrern bei ihrem ersten Turnier auf gleicher Anlage halfen, war es nun umgekehrt. Im Parcours befanden sich doch tatsächlich gestandene Fahrer (auch ein Kreismeister war dabei - Roy Hentschel), und halfen mit. So sieht das aus, wenn man gemeinsam etwas erreichen will!

Erwähnenswert ist in jedem Fall die Versorgung. Für den schmalen Taler gab es ein großes Angebot an Speisen und Getränken - inklusive selbstgemachtem, total angesagten OREO-Kuchen. Bei allerbestem Wetter konnte in der Herbstsonne geschlemmt werden.

Nun aber zum Sport: Im Viereck wurden zwei Prüfungen eingeläutet. In der E-Dressur siegte mit der Note 7,7 Katharina Thieme (RSC Weesow) auf Capcado vor Charlotte Borgwald (RV Ahornhof e.V.) mit Ronja (7,6). Jennifer Schauer von der TG Gestüt Storchenluch ritt auf Schöngeist in Weiß nach Hause.

22 Paare waren es in der A-Dressur; ebenso viele wie in der E. Den Sieg trugen Celia Mudrack und Salt'n Pepper mit einer 7,5 davon. Dahinter stellten sich an: Diana Harwardt (RV Integration e.V.)/Rembrandt (7,3) sowie im Heimspiel Paula Frohberg (RFV Mehrow-Buch e.V.)/Renaissance (7,0). Mehr Dressur gab es nicht. Aus Vereinskreisen war zu hören, dass D und S im nächsten Jahr vielleicht an getrennten Tagen in der Halle ausgetragen werden. Dann gibt es kein Problem mit dem Zeitplan und man kommt den Ansprüchen der Reiter entgegen.

In der Halle ging es ab 09.00 Uhr hoch her. Der Indoor-Teil in Buch begann mit einem Stil-E. Trainerin Maren Kardel dürfte sich über ihren Schützling gefreut haben: Antje Leonhardt vom RV TZ Neuenhagen mischte das 19er Starterfeld auf und belegte mit einer beachtlichen 8,3 auf Le Magie das oberste Treppchen. Nur ganz knapp dahinter (8,2) positionierte sich die noch recht junge, aber in diesem Jahr bereits äußerst erfolgreiche Helmine Kraus vom RC Grüne Linde auf Marionella. Mutter Franziska dürfte einmal mehr stolz auf den Nachwuchs sein. Weiß wanderte zum RV Elisenau. Eva Carlotta Kirsch und Lausanne auf Rang drei (8,1).

Selbst die Springpferde-A war mit sechzehn Startern in Buch gut besetzt. Ein starkes Teilnehmerfeld war es allemal, wenn man sich die Abstammungen vor Augen führt. Und selbst die Reiter waren nicht von Pappe. Trotzdem setzte sich eine junge Dame durch, die mit ihrem neuen Sportpartner richtig in Tritt gekommen ist und nach der Babypause noch nicht so lange wieder auf den Turnierplätzen der Region unterwegs ist: Jenny von Ahlen (Zepernicker Pferdesportzentrum e.V.) und Blue Diamant ließen der Konkurrenz keine Chance und holten sich mit einer 7,6 die Goldene Schleife. Außerdem auf dem Podium: Florentine Rüther (Ländliches Reiten und Fahren Bülow)/ Die Rose (7,4) sowie Dr. Andreas Teicher (RV Rudow e.V.)/Inkquidam (7,2).

JVA (Jenny von Ahlen) hatte aber noch lange nicht genug. Mit Blue Diamant und einer 7,7 wurde es in der ersten Abteilung des Stil-A Sieg Nummer zwei an diesem Tage. Vereinskameradin Johanna Sophie Ewald und Hennes holten Silber (7,6). Weiße Schleife Nummer zwei für Eva Carlotta Kirsch und Lausanne (7,5). Saskia Hagewiesche vom RV Elisenau vergoldete ihren Ritt in der zweiten Abteilung auf Holsteins Whisper (8,0). Jennifer Schauer und Silour belegten Rang zwei (7,7).

Der Nachmittag begann mit einem A**. Hier wurde ebenfalls in zwei Abteilungen geritten. Annemarie Baak (LRV Lübars e.V.) und Numero's Ninjo stahlen dem Hahn im Korb des RFV Mehrow-Buch und Publikumsliebling Manuel Decker auf Lou-Lou ein wenig die Show. Man darf dabei nicht vergessen, dass der Manuel aber auch außerhalb des Platzes zu tun hatte und als Mitorganisator noch ein wenig mehr im Kopf, als nur das Reiten. Er ist also der Sieger der Herzen, wenn man dem Beifall und Jubellauten der Hennen hinter der Bande Glauben schenken darf… Abteilung zwei brachte einen Doppelsieg für den LRV Lentzke. Dörte Herms/Penelope mit Gold sowie Dr. Nora Gatzke/Good Charlotte erbrachten die besten Leistungen. Für den Landkreis Barnim machte sich Julia Schmeling (Bernauer RSV Lindow) auf Contendros Candlelight stark - Weiße Schleife.

Blieb noch das Highlight des Tages; eine Punkte-Springprüfung der Klasse L mit Joker. Auch hier ging es um letzte Punkte für die Kreismeisterschaft im Barnim. Ganz vorne in dieser Wertung lagen Mario Höfs und Kimberley Alexandra Gibson. Das Duell musste in Berlin-Buch entschieden werden. Um es so zu formulieren: Die Schlacht gewann Mario Höfs als Sieger mit Caladhir. Aber der Krieg (Kreismeisterschaft) wurde durch Kimbi Gibson (Platz zwei) mit Cafe Quick gewonnen. Erst der allerletzte Ritt von Mario Höfs brachte die Entscheidung. Spannender ging es in der Klopsteg-Reithalle selten zu. Rang drei erreichte Lilly-Marie Schneider von den Liebenwalder Pferdefreunden auf Capitano Ultimo.

Damit war das erste Reit- und Springturnier des RFV Mehrow-Buch schon wieder Geschichte. Die Vorstellung konnte sich sehen lassen. Erik Schubert lobte die Bedingungen. So war es auch von vielen Seiten aus dem Teilnehmerkreis zu hören. Die Vorsitzende Sandra Röske fand zum Abschluss vor den Sportlern und Zuschauern Worte des Dankes und der Freude über das gelungene Turnier. So richtig wollte man sich zu einer Fortführung des Events im nächsten Jahr allerdings noch nicht äußern; auch die Vorsitzende nicht. Das wäre sehr, sehr schade, denn dieses Turnier hat aus dem Stand dem Landkreis Barnim einen attraktiven Standort eingebracht, der erhalten und ausgebaut werden sollte. RFV Mehrow-Buch?! Bitte weitermachen!!!

Fotos von Jan-Pierre Habicht ©

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