Pferdezucht: Siegerhengst und Auktionsergebnisse der Holsteiner Körung in Neumünster 2015

Holsteiner Siegerhengst Charleston v. Cascadello I

Familie Witt

Count Ebony v. Casall

Der Holsteiner Siegerhengst 2015 heißt Charleston

Der Holsteiner Siegerhengst des Jahres 2015 wurde vom Publikum in der ausverkauften Holstenhalle von Neumünster frenetisch gefeiert: Charleston v. Cascadello I a. d. Kantu v. Cantus-Landadel (Stamm 7126) stammt aus der Zucht von Heiko Büttner, Schafstedt (Dithmarschen) und wurde von der Hennings u. Hennings GbR, Bendorf, und Dieter Mehrens, Struvenhütten, zur Körung vorgestellt. „Ein Spitzenhengst, wie wir ihn lange nicht in Neumünster gesehen haben“,  sagte Zuchtleiter Dr. Thomas Nissen, der zusammen mit Michael Gonell, Wulf-Hinrich Hamann, Claus-Heinrich Petersen und Christian Thoroe über die 61 angetretenen Holsteiner Junghengste geurteilt hatte. „Der Schimmelhengst zeigte beim Freispringen perfektes Vermögen und eine überragende Manier und konnte sich zusätzlich hervorragend bewegen“, so Dr. Thomas Nissen. Bei der anschließenden Auktion wurde der Hengst für 300 000 Euro an Professor Dr. Bernd Heicke vom Gestüt Fohlenhof in Hassloch verkauft, der auch Besitzer von Cascadello I ist. Zum ersten Reservesieger erkor die Körkommission den bildhübschen Central Park v. Casall a. d. Upstream v. Contender-Sandro (Stamm 318D2) aus der Zucht von Lothar Steuer, Pansdorf, und dem Besitz von Harm Sievers, Tasdorf, und Karin Rauert, Burg/Fehmarn. „Central Park sprang hervorragend mit viel Kraft, zudem konnte er sich sehr gut bewegen“, urteilte Dr. Thomas Nissen. Herbert Ulonska ersteigerte den Schwarzbraunen für 100 000 Euro für den Stall Maas J. Hell in Klein Offenseth. Nur wenige Kilometer entfernt wird der zweite Reservesieger seine Box beziehen. Der zweite Reservesieger, wurde vom Zuchthof Hollen in Oyten, der sich im Besitz des Südafrikaners Ian Callender befindet, ausgestellt.  Für 105 000 Euro ging Catch v. Colman a. d. Pia v. Calido I-Caletto I (Stamm 890) aus der Zucht von Hans-Peter Löding-Hasenkamp, Quarnstedt, in den Besitz des Holsteiner Verbandes über.

Drei weiter Hengste wurden von der Körkommission mit einer Prämie bedacht: Caspian v. Caretino a. d. Ornelia v. Cassini I-Calgary (Stamm 7380) aus der Zucht und dem Besitz von Dr. Hansjörg Andresen, Simonsberg, der Hengst kam  nicht zur Auktion, Cantesini v. Casadello I a. d. Ultra v. Cassini I-Landadel (Stamm 890) aus der Zucht von Reimer Detlef Hennings, Bendorf, und dem Besitz der Hennings u. Hennings GbR, Bendorf, und Dieter Mehrens, Struvenhütten, der für 75 000 Euro in die Slowakei verkauft wurde, und Diamar v. Diarado a. d. Vision v. Con Capitol-Caletto I (Stamm 104A) aus der Zucht von Bernd Harlof, Wardow, und dem Besitz des Holsteiner Verbandes in Elmshorn.

Zwei „Dressurhengste“ erhielten ein positives Körurteil: Alsandair v. Ampère a. d. Supreme v. Lorentin I-Carthago (Stamm 474A) aus der Zucht von Ludwig Zierer, Kollbach, und dem Besitz von Karin Zierer, der für 55 000 Euro in die USA verkauft wurde, und der nicht zum Verkauf stehende Tocanto v. Totilas a. d. Alice v. Canturo-Corofino I aus der Zucht und dem Besitz von Reimer Nagel, Marne. 

Von den 61 vorgestellten Hengsten erhielten 20 ein positives Körurteil. „Wir haben viele moderne, hervorragend springende Hengste gesehen“, urteilte der Franzose Dr. Paul Hubert, u. a. Vorstandsmitglied der WBfSH (World Breeding for Sport Horses), „das ist eine Bestätigung des ersten Platzes, den die Holsteiner Zucht in der Weltrangliste Springen des WBfSH, nach der abgelaufenen Turniersaison einnimmt“.

Die Auktion der gekörten Hengste – es kamen 12 gekörte Hengste zur Versteigerung – brachte einen Durchschnittspreis von 82 500 Euro, der damit  gegenüber den Vorjahren gesteigert werden konnte. „Die Preisgestaltung spiegelte die außerordentliche Qualität des diesjährigen Hengstjahrgangs wieder“, urteilte Dr. Thomas Nissen.

Teuerster Hengst bei den nicht gekörten Hengsten – sie erzielten einen Schnitt von 20 023 Euro – war ebenfalls ein Cascadello I-Sohn aus einer Landos-Corrado I (Stamm 730B)-Mutter: Casandos aus der Zucht von Henning Thiesen, Strande, und ausgestellt von Hennings & Hennings GbR, Bendorf, und Dieter Mehrens, Struvenhütten, kostete 40 000 Euro. Die 21 nicht gekörten Hengste kosteten im Schnitt 20 023 Euro, was ebenfalls eine Steigerung gegenüber der Vorjahre bedeutete.

Auktion Elite-Reitpferde: Spitzenpreis für Count Ebony

Die beiden teuersten Reitpferde der Elite-Auktion in Neumünster werden künftig im Ausland ihren Hafer fressen: Der fünfjährige Count Ebony v. Casall-Acobat II aus der Zucht von Andreas Utesch, Malkendorf, und dem Besitz des Holsteiner Verbandes in Elmshorn wechselte für 120 000 Euro in den Besitz von Neukunden aus Bulgarien. 20 000 Euro weniger kostete Consoto v. Cancara-Larno aus der Zucht von Karin Blöcker, Nettelsee, und dem Besitz von Wilfried Wiederer aus Wonfurt. Der vierjährige Schimmelhengst war bereits im Vorfeld als einer der Favoriten auf die Preisspitze gehandelt worden. Consoto wurde von dem Spitzenreiter Kent Farrington, international für die USA hoch erfolgreich,  für 100 000 Euro  ersteigert und wird in seiner neuen Heimat voraussichtlich in Hunterprüfungen an den Start gehen. In den Springstall von Toni Hassmann wechselt die fünfjährige Casall-Dollar de la Pierre-Tochter Canada aus der Zucht und dem Besitz von Boie Behrens, Helse, die von Wolfgang Zipperle für 83 000 Euro ersteigert wurde.  Francesca Pollara ist eine der bekanntesten Vermittlerinnen in der Vielseitigkeitsszene. Sie ersteigerte im Auftrag von Kunden zwei  Pferde:  All we need v. Almoretto-Con Capitol (Züchter Heinrich Christansen, Goldelund; Besitzer Holsteiner Verband) für

50 000 Euro,  und Dublin v. Diarado-Canto (Züchter und Aussteller Volker Goettsche-Goetze, Groß Buchwald) für 75 000 Euro.  Im Kundenauftrag war auch der in Kl. Offenseth ansässige Christopher Frazer rege am Auktionsgeschehen beteiligt. Er ersteigerte den sechsjährigen Captain Fire-Contender-Sohn Ce Ce Senor (Wilfried Wiederer, Wonfurt) für 50 000 Euro,  Crack v. Clarimo-Carpaccio (Andreas Christiansen, Goldelund; Birger Nagel, Löwenstedt) für 42 000 Euro und Confetti v. Connor-Quantum (Lass GbR, Leck) für 28.000 Euro. Die Pferde werden ihre neuen Boxen in Schweden, Großbritannien und Frankreich beziehen.

„Mit dem Auktionsergebnis bin ich eigentlich sehr zufrieden“ sagte Auktionsleiter Peter Glisic im Anschluss an die Auktion, „viele Pferde wurden für mehr Geld als erwartet verkauft, ich hatte mir allerdings weniger Pferde im Preissegment zwischen 20 000 und 30 000 Euro erhofft“.

Die 32 Elite-Reitpferde wurden zu einem Schnitt von 41.078 Euro von Auktionator Uwe Heckmann zugeschlagen. Die ausländischen Käufer kamen aus Australien, Belgien, Brasilien, Bulgarien, Frankreich, Großbritannien, Schweden, der Türkei und den USA. 

Ehrungen des Holsteiner Verbandes im Jahre 2015

Züchter des Jahres – Landgraf I-Statue: Familie Witt, Wellinghusen

Georg Ahsbahs Medaille: Reimer Witt

Als Züchter des Jahres wurde in diesem Jahr die Familie Witt aus Wellinghusen ausgezeichnet, Reimer Witt erhielt für sein züchterisches Lebenswerk die Georg-Ahsbahs Medaille.

 Nicht weniger als 71 Pferde aus ihrer Zucht waren in der Turniersaison 2015 im Turniersport erfolgreich. Auch international mischten die Witt-Pferde vorne mit. Genannt seien hier nur Cardea (Alexander Schill), Colore (Hans-Dieter Dreher), Laddison (Tina Deuerer), Quadros (Marco Kutscher)  und natürlich Conrad de Hus. Der Con Air-Locato-Sohn wurde vor acht Jahren in Neumünster entdeckt und als nicht gekörter Hengst nach Frankreich an das Haras de Hus verkauft. Unter dem Belgier Gregory Wathelet gewann Conrad de Hus bei den diesjährigen Europameisterschaften in Aachen Einzelsilber und er gehörte der belgischen Mannschaft an, die im Nationenpreisfinale von Barcelona siegreich war.

Die Pferdezucht wird in Wellinghusen seit Jahrzehnten großgeschrieben. Hans Witt betrieb dort Anfang der 60iger Jahre die einzige Privathengststation in Dithmarschen. Nach dessen Tod übernahm sein Sohn Reimer die Station, auf der u. a. der Waldenser xx-Sohn Wahnfried wirkte, der auch heute noch in vielen Dithmarscher Stutenstämmen zu finden ist. Im Sport sorgten vor allem die Wahnfried-Töchter Wonne und Wega unter Werner Peters für Aufsehen. Reimer Witt lag vor allem die Veredlung des Holsteiners am Herzen. So standen in Wellinghusen u. a. die Vollblüter Little Lion xx, Sawara xx und vor allem Sacramento Song xx, die im Pedigree vieler Stuten, nicht nur aus Dithmarschen,  wieder zu finden sind.  1984 wurden in Wellinghusen Hengste des Holsteiner Verbandes stationiert. Mit Capitol I und Lord standen dort u. a. zwei Hengste, die die Holsteiner Zucht maßgeblich beeinflusst haben. Aus der Zucht von Reimer Witt stammen neun gekörte Hengste, darunter u. a. Cardento v. Capitol I, der unter dem Schweden Peter Eriksson drei Silbermedaillen bei Europa- und Weltmeisterschaften sowie Olympischen Spielen holte und inzwischen ein erfolgreicher Deckhengst ist, Leandro und Sympatico. Heute ist Quo Vados in Wellinghusen stationiert, und Samen der Holsteiner Verbandshengste wird von der dortigen Besamungsstation aus vertrieben. Die Betriebsleitung haben inzwischen die Witt-Töchter Ute und Imme übernommen, Sohn Tjark lebt mit seiner Familie in Friedrichskoog, wo er einen Ausbildungs- und Turnierstall betreibt. Die Familie Witt züchtet heute mit rund 50 Stuten.  475 Fohlen sind bislang bei ihr auf die Welt gekommen, darunter die gekörten Hengste Colore und Quadros.

Georg-Ahsbahs-Medaille: Peter Diedrichsen, Borgsum/Föhr

Peter Diedrichsen ist für sein züchterisches Lebenswerk mit der Georg-Ahsbahs Medaille ausgezeichnet worden. Nach 37 Jahren hat er vor zwei Monaten die Verbandsstation in Borgsum/Föhr an Olaf Rörden übergeben. Hengste wie Chamonix, Landos, Calando I und IV haben auf der Station gestanden, und die Top-Vererber des Holsteiner Verbandes, Carthago und Cassini I haben auf den Föhrer Weiden, gehegt und gepflegt von Familie Diedrichsen,  ihren Lebensabend verbracht. Peter Diedrichsens Zucht basiert auf dem Stamm 318D2 aus dem auch die Lord-Tochter Caletta kam, mit der die Erfolgsgeschichte in Borgsum begann. Sie ist Mutter des Olympiapferdes Camiro (Tony Andre Hansen) und Großmutter von Cognac Champblanc v. Clearway, der bei den Europameisterschaften in Aachen unter Gerco Schröder Mannschaftsgold gewann. Weitere Erfolgspferde waren bzw. sind Never For Get (Hauke Luther, Janne Friederike Meyer) und Quentino (Philipp Schulze). Bislang kamen  18 Fohlen aus der Caletta-Familie auf Föhr zur Welt.  In der Aachener Soers sah Peter Diedrichsen den Schimmel, der einst über die Fohlenauktion in Behrendorf verkauft worden war,  zum ersten Mal wieder. Es war ein äußerst bewegender Moment für den Züchter, der nur wenige Wochen später wieder im Rampenlicht stand: Auf der Fohlenauktion in Behrendorf stellte er mit der von Adagio de Talma abstammenden Halbschwester von Cognac Champblanc das teuerste Fohlen. Doch Peter Diedrichsen war nicht nur Züchter und Stationsbetreiber, er war auch der „Motor“ der Erfolgszüchter von der Insel Föhr. Er konnte begeistern und motivieren, er hat immer wieder dafür gesorgt, dass gute Stuten auf die Insel kamen.  Und wie sagt es ein Züchter von der Insel so schön: „Es gäbe hier nicht so viele Züchter, wenn es Peter Diedrichsen nicht gegeben hätte“. 

FN-Medaille in Gold: Peter Kröger aus Elpersbüttel

Für seine Verdienste in der Zucht wurde Peter Kröger aus Elpersbüttel mit der FN-Medaille in Gold ausgezeichnet. Der 85-Jährige ist u. a. Züchter von La Pasion de Caballo Ulika v. Colman, mit der Evi Bengtsson in diesem Jahr in Balve Deutsche Meisterin der Springreiterinnen geworden ist, und der gekörten Hengste Culture I und II. Peter Kröger war selbst aktiver Reiter, in den 50ziger Jahren startete er zusammen mit Sönke Sönksen, Kurt Jarasinski, Otto Peters und  Hans-Werner Ritters auf den Turnieren in Dithmarschen. Margund v. Lichtschein aus dem Stamm 6786 kam 1957 als Fohlen in seinen Stall und sollte später die Kröger-Zucht in Elpersbüttel begründen. 1961 fohlte Margund von Kadett das erste Stutfohlen, dass später unter dem Namen Vivat ins Holsteiner Gestütsbuch eingetragen wurde. Von 1965 bis 1978 fohlte sie fünf Hengst- und fünf Stutfohlen, darunter auch Ordulane v. Korenbleem xx. Sie ist die Ur-Ur-Großmutter von La Pasion de Caballo Ulika. Auch Legende, die Urgroßmutter von Cento, unter Otto Becker Mannschaftsolympiasieger von 2000, stand in seinem Stall. Mit ihr war er ein ernstzunehmender Konkurrent beim traditionellen Ringreiten. 

La Pasion de Caballo Ulika ist das erfolgreichste Pferd der Kröger-Zucht. Sie nahm unter Evi Bengtsson am Bundeschampionat teil, 2010 belegte das Paar in den Qualifikationen Platz vier und acht, und im Finale wurden sie 15. Mit diesem Ergebnis qualifizierten sie sich für die Weltmeisterschaften der jungen Springpferde in Lanaaken. Die Karriere eines weiteren erfolgreichen Springpferdes aus Dithmarschen hatte begonnen.

FN-Medaille in Silber: Gabriele Pochhammer, Windeby

Eine kleine, aber feine Holsteiner Zucht betreibt Gabriele Pochhammer auf Gut Westerthal in Windeby. Durch den unvergessenen Hippologen Clemens Baron von Nagel hat sie das Holsteiner Pferd kennen und lieben gelernt. Die Zucht der ehemaligen Chefredakteurin des Fachmagazins ST. GEORG basiert auf der Stute Finnländerin, die eine der einflussreichsten Stuten der Zucht des Baron Nagel auf Gestüt Vornholz (Westfalen) war. U. a. gehörten Mariano, Weltmeister und Olympiasieger unter Dr. Josef Neckermann, und der westfälische Stempelhengst Radetzky sowie die Dressurpferde Don Primero und Don Schufro dieser Familie an. Auch Leonidas II v. Landos, der unter Mark Todd in dieser Saison weltweit das erfolgreichste Holsteiner Vielseitigkeitspferd war, gehört zu den Nachfahren der Finnländerin.   „Ich hatte einfach das Glück, dass er bei dem richtigen Reiter gelandet ist“, sagt Gabriele Pochhammer bescheiden zu ihrem großen Zuchterfolg.

Fritz-Thiedemann-Medaille in Silber: Evi Bengtsson, Itzehoe

Ihren bislang größten Erfolg im Springsattel feierte Evi Bengtsson geborene Penzlin in diesem Jahr: Mit der selbst ausgebildeten La Pasion de Caballo Ulika wurde sie Deutsche Meisterin der Springreiterinnen. Vier Mal war sie in Balve ohne Abwurf geblieben. Seit 2010 betreibt die gelernte Versicherungskauffrau, die früher auch Erfolge im Dressursattel bis zur Kl. S aufweisen konnte, auf dem ehemaligen Bundeswehr-Schießplatz in Basten, in der Nähe von Itzehoe, einen eigenen Ausbildungs- und Turnierstall. Rund 50 Pferde sind dort beheimatet, ein Teil befindet sich in eigenem Besitz, hinzu kommen Beritt- und Pensionspferde.   Die Schießscharten sind zu Offenställen umgebaut worden, die Schußfang-Wälle eignen sich, so Evi Bengtsson „prima für das Galopp- und Konditionstraining“.  Ein weiterer Höhepunkt in diesem Jahr war für sie die Hochzeit mit Rolf-Göran Bengtsson, den sie im Jahr, in dem er Europameister wurde (2011), kennen gelernt hatte.

Fritz-Thiedemann-Medaille in Silber: Sir Mark Todd

Er ist eine Legende unter den Vielseitigkeitsreitern: der Neuseeländer Mark Todd, Olympiasieger von 1984 und 1988. Der heute 59-Jährige ist 1978 sein erstes Championat – die Weltmeisterschaften in Lexington geritten –, zwei Jahre später gewann er zum ersten Mal das ****CCI in Badminton, das gerne als schwerste Vielseitigkeitsprüfung der Welt bezeichnet wird. Zwei weitere Siege - 1994 und 1996 – sollten folgen. Fünf Mal gewann er das ****CCI von Burghley, er wurde zwei Mal Mannschaftsweltmeister. Von der FEI wurde Mark Todd, der 2013 von Queen Elizabeth II für seine Verdienste um den Vielseitigkeitssport zum Ritter geschlagen wurde,  als „Reiter des 20. Jahrhunderts“ ausgezeichnet. Nach einer Auszeit von acht Jahren in seiner Heimat, die er u. a. als Trainer von Galoppern verbrachte, kehrte Mark Todd 2008 wieder in den Sport zurück und qualifizierte sich gleich für die Olympischen Spiele in Hongkong. Seit fünf Jahren sitzt „Toddy“ im Sattel des Holsteiners Leonidas II v. Landos, dem erfolgreichsten Holsteiner in der Vielseitigkeit der Saison 2014/15.  Mit dem von Gabriele Pochhammer gezogenen Braunen konnte er sich in diesem Jahr in den schweren Prüfungen von Badminton und Burghley auf dem vierten bzw. sechsten Platz platzieren.   

Silberteller gegeben vom Top Special-Jahr-Verlag für den Züchter des Bundeschampions der sechsjährigen Vielseitigkeitspferde: Ursula Chojnacki, Stolpe

Ursula Chojnacki aus Stolpe hat sich der Zucht von Vielseitigkeitspferden verschrieben. In diesem Jahr ist ihr der ganz große Wurf gelungen: Nobleman C v. Nekton, der sich auch in ihrem Besitz befindet, gewann unter Moa Kulle der Bereiterin von Peter Thomsen, das Bundeschampionat der sechsjährigen Geländepferde.

Fotos von Janne Bugtrup:

Der diesjährige Holsteiner Siegerhengst Charleston v. Cascadello I wurde in Neumünster frenetisch gefeiert.

Drei Generationen der Familie Witt (v. l.): Reimer Witt, Marten Witt und Tjark Witt mit der Landgraf I-Statue

Das teuerste Reitpferd, Count Ebony v. Casall, wurde für 120 000 Euro nach Bulgarien verkauft.