Pferdezucht: Grafenstolz TSF - Trakehner Hengst des Jahres 2016

Grafenstolz TSF und Michael Jung

(Neumünster) –  Der „Graf wird`s“: Grafenstolz TSF wird im Rahmen des 54. Trakehner Hengstmarktes vom 20. - 23. Oktober in Neumünsters Holstenhallen als Trakehner Hengst des Jahres 2016 ausgezeichnet. Der dunkelbraune Trakehner Hengst von Polarion aus der Gipsy Lady von Camelot-Arogno vereint in sich alles, was einen perfekten Trakehner ausmacht - Leistungsvermögen und -bereitschaft, Schönheit, Charakter und Temperament. Der inzwischen 18 Jahre alte Grafenstolz TSF wird am Samstag, 22. Oktober, im Rahmen des Gala-Abends der Trakehner Verbandes ausgezeichnet.

Der „Graf“ steht in britischem Besitz. Kenneth Rehill (The Stallion Company), der im französischen Haras de Rodez seine Hengsthaltung betreibt, erwarb den smarten Dunkelbraunen vom Gestüt Birkhof in Donzdorf. Und Birkhof-Chef Thomas Casper hatte Grafenstolz im Jahr 2000 beim Hengstmarkt in Neumünster erworben. Dort glänzte der damals zweijährige Grafenstolz als Prämienhengst und machte seine Züchter, das Gestüt Heinen-Bönnighardt - namentlich Hans-Peter Heinen (Issum) - sehr stolz. In Donzdorf begann die Ausbildung und sportliche Förderung von Grafenstolz, die schon in jungen Jahren geradezu sensationelle Erfolge zeitigte: 2004 qualifizierte sich der Trakehner Hengst für drei Bundeschampionate: im Springen, in der Dressur und in der Vielseitigkeit! Ein Kunststück, das weder davor noch danach je wieder einem anderen Pferd gelang. Krönung dieser Entwicklung war der Titel des Bundeschampions der sechsjährigen Vielseitigkeitspferde 2004, sowie der Gewinn der Weltmeisterschaft der Vielseitigkeitspferde in Lion d`Angers im gleichen Jahr.

Weltklassereiter Michael Jung im Sattel

Reiter und Ausbilder des jungen Grafenstolz war kein Geringerer als Michael Jung (Horb), der Ausnahmereiter schlechthin, zweimaliger Olympiasieger, Welt- und Europameister und Grand Slam-Sieger der Vielseitigkeit. Mit Jung im Sattel gelang Grafenstolz TSF in den Folgejahren Bronze bei der DM Vielseitigkeit, internationale Drei-Sterne-Platzierungen und drei Zwei-Sterne-Siege. In Marbach sorgte er bei internationalen Prüfungen für genausoviel Aufsehen wie im französischen Compiegne.

Züchterisch sorgte Grafenstolz 2015 für Aufmerksamkeit: in der Liste der World Breeding Federation Sport Horses -  also dem Weltverband für Sportpferdezucht - stürmte Grafenstolz TSF sofort auf Platz 15. Die Nachkommen dieses Trakehner Hengstes kommen aus allen Warmblutzuchten, denn er ist nicht nur für die Trakehner als Vererber zugelassen, sondern auch für Hannoveraner, Oldenburger, Rheinland/ Pfalz-Saar, Hessen, Bayern, Thüringen, Sachsen, Baden-Württemberg, für die ausländischen Zuchtgebiete Schweden, Italien und das französische Selle Francais. Und besonders gern benutzen die britischen Trakehner Züchter den „Grafen“ als Vatertier. Kein Wunder, stellt Grafenstolz doch in schöner Regelmäßigkeit die Sieger von Fohlenschampionaten und bestückt die Finalkollektionen nationaler Fohlenchampionate manchmal bis zur Hälfte allein mit seinen Kindern. 2013 waren zehn der 40 Final-Fohlen Grafenstolz-Nachkommen! Im Jahr 2015 ragten drei Grafenstolz-Nachkommen heraus: ein Sohn war Vize-Champion der fünfjährigen Pferde in Grossbritannien, in Frankreich stellte der „Graf“ gleich den Champion der Fünjährigen und den European Junior Champion.

Sportlich eine „Hausnummer“

Und auch im Sport lassen die Nachkommen des Trakehner Hengstes des Jahres aufhorchen: Jüngstes Beispiel ist Saviola, im Jahr 2006 geboren als Tochter von Grafenstolz und der Salome IX von Springpferdemacher Abdullah. Saviola stammt aus der Zucht von Kurt Weschke und gehört ihrer Reiterin Maja Kozian-Fleck (Felde). Das Dream-Team gewann im Mai 2016 die Drei-Sterne-Vielseitigkeit in Baborówko/ Polen und wurde von den Bundestrainern Hans Melzer und Chris Bartle flugs in den B-Kader der deutschen Vielseitigkeitsreiter berufen….

Grafenstolz TSF in Neumünster unter Michael Jung, mit dem der Trakehner Hengst sportlich großartige Erfolge erzielte. (Foto: Jutta Bauernschmitt)