Pferdezucht: Deutsche Pferde in Rio de Janeiro am Start

30 Prozent der Olympia - Pferde stammen aus deutscher Zucht

Rio de Janeiro/BRA (fn-press). Wie bei den vergangenen Olympischen Spielen in Hongkong (2008) und London (2012) stammen auch in Rio de Janeiro wieder rund 30 Prozent aller Pferde aus deutscher Zucht. Dies ergibt eine Auswertung der vom Weltreiterverband (FEI) veröffentlichten Pferdeliste. Danach sind 70 Pferde von insgesamt 233 genannten Dressur-, Spring- und Vielseitigkeitspferden, inklusive der Reservisten, deutschen Ursprungs, in London waren es 65 von 219.

Die größte Anzahl deutscher Vierbeiner ist einmal mehr in der Dressur am Start: 26 von 69 genannten Pferden stammen aus deutscher Zucht, die meisten davon Oldenburger (10) und Hannoveraner (8). Das entspricht rund 37 Prozent deutscher Pferde in der Dressur, also etwas weniger als vor vier Jahren in London. Damals hatten noch 22 von 54 genannten Dressurpferden ein deutsches Papier (41 Prozent). Gestiegen ist dagegen der Anteil deutscher Springpferde. Machten diese in London noch etwa 29 Prozent der genannten Pferde aus, sind es in Rio 24 von 89 Pferden, 27 Prozent. Den Löwenanteil stellen dabei die Holsteiner (9) aus, gefolgt von den Westfalen (6), Oldenburger Springpferden (5) und Hannoveranern (3). Tendenz steigend heißt es auch in der Vielseitigkeit. Waren es 2008 in Hongkong gerade einmal vier Prozent deutsche Vielseitigkeitspferde, stieg ihr Anteil in London bereits auf 23 Prozent. In Rio sind es nun 20 von 75 Pferden, die einen deutschen Abstammungsnachweis besitzen: 26 Prozent. Dabei machen auch im Busch die Holsteiner (7) den Hauptanteil aus, gefolgt von Hannoveranern (4) und Westfalen (3). „Die Vielseitigkeit ist aus Sicht der Pferdezucht nach wie vor ein Wachstumsmarkt, vor allem die Nachfrage aus dem Ausland nach den vielseitig veranlagten deutschen Pferden wächst ständig“, sagt Dr. Teresa Dohms-Warnecke, stellvertretende Geschäftsführerin des Bereiches Zucht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN).

Dank der zahlreichen Vertreter im Springen und in der Vielseitigkeit führt der Verband der Züchter des Holsteiner Pferdes auch im innerdeutschen Vergleich vor den Hannoveranern. So tragen 16 der insgesamt 70 deutschen Pferde das Holsteiner „H“ (23 Prozent), 15 den Hannoveraner Brand (21 Prozent). Der Anteil der Oldenburger und der Westfalen liegt mit jeweils zwölf Pferden (17 Prozent) ebenfalls im zweistelligen Bereich. Mit fünf Pferden folgt der Oldenburger Springpferdeverband. Für die Arbeitsgemeinschaft der Süddeutschen Pferdezuchtverbände sind insgesamt sieben Pferde in Rio vertreten. Im Detail schicken die Zuchtverbände Baden-Württemberg und Bayern je zwei Pferde an den Start, außerdem stehen je ein Brandenburger, ein Deutsches Sportpferd, ein Sachse, ein Hesse, ein Rheinländer und ein Trakehner auf der Nennungsliste.