Pferdezucht: Coolio in Verden für 140.000 Euro in die USA versteigert

Coolio

Die Erfolge der Hannoveraner bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro waren die beste Werbung für die 133. Elite-Auktion in Verden. Die 82 Reitpferde beeindruckten durch ihr Talent für Viereck und Parcours. Der amerikanische Mannschafts-Silbermedaillengewinner Kent Farrington sicherte sich die Preisspitze Coolio v. Catoki/Satisfaction II für 140.000 Euro. Das begehrteste Fohlen tritt ebenfalls die Reise in die Vereinigten Staaten an. Belle Fleur v. Bon Coeur/Rubinstein war einer Neukundin aus Connecticut 27.000 Euro wert.

In der ausverkauften Niedersachsenhalle präsentierte sich die Kollektion überaus sportlich nicht nur, was die Abstammungen betraf. Zahlreiche internationale Dressur- und Springreiter hatten den Weg nach Verden gefunden, um sich von der Qualität der Auktionsaspiranten zu überzeugen. Am Telefon wurde das Bieterduell um die Preisspitze Coolio entschieden, der von seinem Züchter Stefan Kleine, Warmsen, ausgestellt wurde. Die Springspitze überzeugte durch makelloses Springen und überdurchschnittliche Athletik und hat mit seinem neuen Besitzer Kent Farrington optimale Voraussetzungen für eine internationale Karriere.

Das teuerste Dressurpferd war für 135.000 Euro zu haben. Treue Stammkunden aus Spanien erwarben den Quaterhall/Rotspon-Sohn Quarlito von Nymphenburg (Z.: Werner Rademacher, Geestland, Ausst.: Gestüt Nymphenburg, München). Der typvolle und bewegungsstarke Fuchs ist Hannoveraner Vizechampion der Reitpferde.

Durchschnittlich kosteten die 82 Reitpferde 29.500 Euro. 28 Pferde kostete mehr als 25.000 Euro, acht passierten die 50.000 Euro-Marke. „Der Durchschnittspreis wurde ohne große ,Ausreißer’ nach oben erzielt“, sagte Auktionsleiter Jörg-Wilhelm Wegener und hob das große internationale Interesse aus dem Sport hervor. Das zeigt sich auch in der Exportrate, 33 Pferde werden Deutschland verlassen. Die größte Käufergruppe kam aus Spanien (sieben), gefolgt von der Schweiz (fünf) sowie den USA und Frankreich (jeweils vier).

Begehrt waren auch Hannovers Jüngste. 37 Fohlen erzielten einen Durchschnittspreis von 8.257 Euro und waren damit rund 2.000 Euro teurer als im Vorjahr. Spitzenreiter der Preisstatistik war diesmal ein Stutfohlen. Die erst Anfang Juli geborene Bon Coeur/Rubinstein-Tochter Belle Fleur (Z. u. Ausst.: Kathrin Göllner, Gröding/AUT) kostete 27.000 Euro und wird in den Vereinigten Staaten aufwachsen.

Den Auftakt zur 133. Elite-Auktion hatte der prachtvolle Gala-Abend mit vielen spektakulären Schaunummern gemacht. Einer der Höhepunkte war der Auftritt der „Hannoveraner Stute des Jahres 2016“. Diese Ehre wurde der Drosselklang II/Vollkorn xx-Tochter Donna Carara zuteil, die von Wolfgang Sprado, Wagenfeld, gezüchtet wurde. Im Züchterstall von Gaby Huntemann, Wagenfeld, brachte sie nicht weniger als vier S-erfolgreiche Springpferde, von denen drei international Siege und Placierungen sammeln. Traditionell wird beim Gala-Abend außerdem der erfolgreichste Auktionsaussteller des zurückliegenden Wertungszeitraums ausgezeichnet. Der Hans Joachim-Köhler Preis ging an Albert Kampert aus Halle, der neben zahlreichen Auktionspferden Weltmeister und Mannschaftsolympiasieger Satchmo gezüchtet hat. Er wurde seinerzeit auf dem Hengstmarkt von Dr. Uwe Schulten-Baumer entdeckt. Krönender Abschluss des abwechslungsreichen Abends war die Quadrille ehemaliger Verdener Auktionsreiter, die für die Verabschiedung des langjährigen Stallmeisters und Ausbilders des Verdener Auktionsteams, Hartmut Kettelhodt, in die Niedersachsenhalle gekommen waren. Er begann 1969 eine Bereiter-Lehre in der Hannoverschen Reit- und Fahrschule und war ab 1976 Stallmeister der Ausbildungs- und Absatzzentrale, die er bis jetzt als Leiter des technischen Dienstes betreute. Er tritt nach 47 Jahren beim Hannoveraner Verband seinen wohlverdienten Ruhestand an und wurde mit der Goldenen Ehrennadel des Hannoveraner Verbandes ausgezeichnet.

Foto: Hannoveraner Verband, Tammo Ernst